19. Januar 2006

Video, 55'
Berlin 2005-06
Musik: Zeitkratzer
Komposition: Reinhold Friedl

Lillevan

Xenakis[a]live

Xenakis[a]live ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Berliner Ensemble Zeitkratzer und dem Videokünstler Lillevan, basierend auf einer Komposition von Reinhold Friedl.
Das Stück, eine Hommage an den 2001 verstorbenen Komponisten Jannis Xenakis, setzt dessen von mathematischen und akustischen Gesetzmäßigkeiten geprägte Kompositionsprinzipien in klar definierte, mit Freiheitsgraden versehene Klangstrukturen um, die von metaphysischem Rauschen bis zu gewalttätigem Noise reichen.
Mit seinem Video parallelisiert Lillevan die akustischen Vorgänge dieses Prozesses auf visueller Ebene, indem er vorgefundenes Filmmaterial als Ausgangsbasis für visuelle Transformationen verwendet und damit einen Bilderfluss erzeugt, der sich von fragilen, abstakt-expressionistisch erscheinenden Momenten bis zu hypnotisch-suggestiven grafischen Rhythmisierungen fortentwickelt.
16. Februar 2006

Knut Klaßen

très très fort

Bei einem Sieg über Ägypten in Yaounde wäre Kamerun durch gewesen, doch die unbezähmbaren Löwen strauchelten mit einem 1:1 gegen die Nordafrikaner. Die Elefanten von der Côte d'Ivoire nutzten die Gunst der Stunde: Die Mannen um Stürmerstar Didier Drogba sicherten sich mit einem 3:1 im heißen Sudan den siebten und letzten Sieg in der Gruppe 3 der WM-Qualifikation. Die mit den Toren von Kanga Akale in der 22. und Aruna Dindane in der 51. und 73. Minute erreichte Endrundenteilnahme bei der Weltmeisterschaft ist der größte Erfolg in der Fußballgeschichte des aktuellen Afrika-Cup-Zweiten.

Knut Klaßen

Li

Kunst hat wie Sport ein definiertes Spielfeld. Innerhalb dieses Feldes kann das Besondere und das sozial Riskante geformt werden.

Marc Aschenbrenner & Knut Klaßen

Draisine

nördliches umland im winter,
ein gleisstrang tief in der nacht.
einer schiebt, einer kocht, keiner
hat an die suppe gedacht.
16. März 2006

Video, 3'00''
2003
in Zusammenarbeit mit
Michael Ebmeyer

Roland Schappert

Bar/Vegetation

Und es war nicht einer der narrativen, bildmächtigen Kurzfilme, der ausgewählt wurde, sondern eine still-ironische und fast langweilige Halbdokumentation: Bar/Vegetation zeigt ein Paar mit ihrem Kind, Besitzer einer Berliner Szenebar, während eines Interviews mit dem filmenden Autor. […] Das Paar raucht, trinkt, schaut sich an, blickt in die Kamera, das Kind in ihrer Mitte greift vergeblich nach der Zigarette und nach dem Sektglas – Leben in seiner trostlosen Banalität.
(Käthe Brandt, taz NRW vom 7.5.2005)

Video, 2'10''
2002

Roland Schappert

Berggedicht

ZWEI Gipfelpumps suchen
das Erlebnis
Erhabene Klischees
verbauen der Bergregion
ihr Wissen
mogeln sich an Hotelburgen
an Betten vorbei
Vorbei die Zeit
Einladend in ihrer Pracht
Solange sie nur das Plakat bereichern
stören die kaum
13. April 2006

Musik: monolake, Robert Henke

Julia Lazarus

vida en otro lado

Vida en otro lado (Leben auf der anderen Seite der Straße) zeigt in einer 16-minütigen Totalen die Alltagsabläufe einer organisch gewachsenen Siedlung, die in Mexiko in unmittelbarer Nähe zur US-amerikanischen Grenze liegt.
Als Weiterführung der Fotografie mit filmischen Mitteln erschließen sich die Inhalte nur bei ausreichender Anzahl der Bildpunkte. Nur in hoher Auflösung gewinnt das digitale tableaux vivants aus mehreren Kameraperspektiven an Schärfe, wird erkennbar, dass an Stelle eines realen Himmels ein Wolkenszenario aus Pieter Brueghels Turmbau zu Babel montiert ist. Die Medienkunst der vergangenen Jahrzehnte formulierte die Auflösung von Grenzen zwischen den Medien als ihre Utopie. Von der anderen Seite der Straße aus betrachtet dürfte das Ziel aller Träume wesentlich leichter zu finden sein: Kein Turm so hoch wie der Himmel, keine Auflösung von Sprach- oder Mediengrenzen ist das Ziel aller Träume auf der anderen Seite der Straße, sondern schlicht der Ort, an dem die filmende Kamera postiert ist.
19. Mai 2006

KBB, Barcelona
Halina Kliem
Julia Lazarus
Marc Aschenbrenner
Wilhelm Hein
Knut Klaßen
Jan Speckenbach

Loop'06

roof-top screening

Im Rahmenprogramm der Videomesse Loop'06 in Barcelona stellen wir das Programm von zuviel.TV vor. Am Freitag abend, 22 Uhr, findet auf dem Dach des KBB (C. Joaquín Costa, 24) ein Screening statt.
10. Juni 2006

Marc Aschenbrenner

Cyans Tod

"Die Vorstellung einer Rakete, die man erst kommen hört, nachdem sie explodiert ist. Die Umkehrung! Ein Stückchen Zeit, fein säuberlich herausgeschnitten... ein paar Meter Film, die rückwärts ablaufen... der Einschlag der Rakete, die mit Überschallgeschwindigkeit herabgestürzt ist – und dann erst wächst aus ihm heraus das Heulen ihres Sturzes, holt ein, was längst schon tot ist und brennt..."
(Thomas Pynchon, Die Enden der Parabel)
10. August 2006

Video, 11'45''
London 2006

Johanna Domke

Sleepers

A non-moment in a non-place: Wir befinden uns im Wartebereich eines Flughafens. In der Neon-hellen Nacht zwischen zwei Flügen scheint die Welt in einen Dornröschenschlaf gefallen.

Video, 25'
Los Angeles 2005

Corinna Schnitt

Once Upon a Time

Währenddessen im Märchenland rotiert die Kamera langsam um die eigene Achse: Spazieren die Tiere über Tisch und Stuhl, zerfledderte Kissen, Kot fällt, Schnittblume schmeckt.
31. August 2006

Video
Berlin 2006

mit
Johanna Roever
Stefan Rudolf

Jan Speckenbach

Die Geisel und der Bankräuber

Um noch mal auf die Frage zurückzukommen, womit da gehandelt wird bei einem Banküberfall. Wozu nämlich Pollesch gesagt hat, dass da Geld die Besitzer wechselt, weshalb da auch irgendwas verkauft worden sein muss. Irgendetwas Unsichtbares muss da die Besitzer gewechselt haben. Vielleicht wird irgendeine Art von Überlebenswillen getauscht. Und dann sehen sich da die unterschiedlichsten Leute beim Überleben zu. Die hätten vielleicht gar nicht gewusst, als sie in die Bank gingen, dass es da und dann vielleicht mal ums nackte Überleben gehen könnte. Oder vielleicht doch! Und dass damit gehandelt wird. Mit Angst und Verachtung. Mit Todesangst und Experimenten totaler Herrschaft. Aber vielleicht auch mit Schönheit und wahrer Liebe. Bei diesem Banküberfall, so Pollesch, wird mit wahrer Liebe gehandelt. Und vielleicht müsste man Erlebnisse auf diese Art in Rechnung stellen: Wie Geld fließt während eines Banküberfalls. Das Geld, darum geht es doch nicht wirklich. Bei einem Banküberfall.
28. September 2006

Video & Installation
Köln 2006

Sung Jin Kim

Korea ist – ähnlich wie Deutschland – ein Autoland, trotzdem fährt Sung Jin Kim Fahrrad. In seinem Video … (gesprochen: und so weiter) lässt Kim, der in Seoul, Edinburgh und inzwischen in Köln Kunst studiert, Goldfische vom Himmel regnen. Er spannt damit einen Assoziationsraum auf, der von Fisch-sucht-Fahrrad-Blödelei über Taepodong2-Raketen, biblische Plagen bis hin zu Douglas Adams Babelfisch so ziemlich jeden interpretatorischen Nonsense ermöglicht, der sich Fischen und/oder Fahrrädern abringen lässt. Mittels eines auf sein Fahrrad montierten Baldachins aus 64 Fahrradlampenreflektoren werden die wie Ideen herabregnenden Aquarienbewohner aufgefangen und fallen in kleine Plastikbeutel, die über dem Haupt des Fahrers schwabbeln. Nur wer Kim auf den Sitz unter den Wasserbeuteln folgt, kann von dem Unsinn befreit werden, zufällig vom Himmel regnenden Goldfischen eine Bedeutung beizumessen.

Dietmar Fleischer

Dranbleiben

Das Auto wird durch Konfrontation und Reibung an realen Widerständen zum Vehikel für die Klärung künstlerischer und existentieller Strategien. In Autoland wird Einparken als sozlales Manöver interpretiert. Die Abmessungen einer gesellschaftlichen Nische sind in der automobilen Gesellschaft mal nur eine knappe, manchmal auch eine gute Wagenlänge lang. Wer hier einen alten Ascona fährt, kommt damit vielleicht nach Italien, aber längst nicht in jede Parklücke. Und wer Smart fährt, kann zwar leichter vorhandene Nischen besetzen, ist aber trotzdem noch lang kein netter Typ.
2. November 2006

Franz Wanner

Interview

Wer sich längere Zeit in einer deutschen Grossstadt in der Fussgängerzone aufhält, darf schon damit rechnen von irgend einem Journalisten irgend eines Senders vor der Kamera zu irgend einem Thema interviewt zu werden. Aber wen interessiert das?
Das Dilemma, dass es nicht viel bedeuten kann, seine Meinung zu sagen, wenn es eigentlich jeder darf, wird durch ein weiteres Interview nicht aufgelöst. Franz Wanner hat eine bessere Idee – er startet die Maschine neu.

Rosa Marie Frang

I Am the Slogan

Dass man besser sitzen bleibt, wenn John Waters fragt „Who wants to die for art?“ ist bekannt. Keinem ist gedient, wenn die Realität mit der Endgültigkeit einer Hinrichtung in die Kunstwelt eindringt.
Aber wie ist das eigentlich andersrum? Solange keiner zu Schaden kommt?
23. November 2006

100 Bucks in 100 Seconds

Leftwing

Studio 510 Blues

Bosse Sudenberg

New York Performances

In seiner dreiteiligen Videoserie – 100 Bucks in 100 Seconds, Leftwing und Studio 510 Blues – präsentiert der Künstler seine „Abrechnung“ mit New York. Jedes einzelne Video beleuchtet einen anderen Aspekt des Verhältnisses zwischen dieser Stadt und seinem zeitweiligen Bewohner, indem ein Stück Inventar dieser Beziehung einer taktilen und sehr spezifischen Untersuchung unterzogen wird.
Machen Sie eine typische Handbewegung.

Jeanne Faust & Jochen Dehn

toi c'est moi

Um es mit Louis des Funès Worten zu sagen: "Wir müssen wissen, wer wer ist!" Leider ist das aber gar nicht so einfach, wie es am Anfang scheinen mag.
Probieren wir es doch mal so:
Ich und Du – Müllers Kuh, Müllers Esel, das bist Du.
Das bist Du noch lange nicht, sag' mir erst wie alt Du bist!

Video, 7'06''
Hamburg 2003

Monika Gintersdorfer & Jochen Dehn

Ausziehen

Der Architekt jedoch entfloh
nach Afri- od Ameriko
14. Dezember 2006

Wilhelm Hein

Fuck the Idiot Box #2

16mm:
Stan Brakhage: Love Making (1968)
Tony Conrad: Straight And Narrow (1970)
Malcolm Le Grice: Berlin Horse (1970)
Annette Frick: Cosmic Elements (2002–2004)


Wilhelm Hein

Kiss


Wilhelm Hein

Alles Lüge

Es geht ja schon damit los, dass dieser Film, dieses Video an dem Abend gar nicht gezeigt wurde. Der Player hat die DVD nämlich immer wieder ausgespukt – und die Herren Vorführer hatten schon einen zuviel am Zacken, um das noch irgendwie zu lösen. Aber hier auf der Website sieht dann wieder alles so aus, als ob nix gewesen sei! Hauptsache das Video ist im Netz – danke!